💰💁🏼‍♂️ Warum ich keine Notreserve habe

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Sobald man sich mit dem Thema Finanzen und Geldanlagen beschäftigt, findet man den Rat, immer ca. 2-3 (Netto-)Monatsgehälter auf Reserve zu haben. Bei einem Hypothetischen Nettogehalt von ca. 2.000€ wäre das immerhin ein hübsches Sümmchen von 6.000€, das man Abseits vom Girokonto dauerhaft z.B. auf einem Tagesgeldkonto hält. Die Erklärung ist simpel und verständlich: Kommen unvorhergesehene Ausgaben, so braucht man meist kurzfristig Geld, um diese begleichen zu können.

Hier meine Gründe, warum ich keine solche Reserve habe:

Sind 2-3 Monatsgehälter nicht zu viel?

  • Die größte Angst haben die Menschen immer vor Dingen, die unberechenbar sind und damit nicht oder schlecht vorhersehbar sind. So auch die unvorhersehbaren Ausgaben, für die man immer einer Reserve haben muss. Doch was sind das denn für Dinge, die zu solch plötzliches Ausgaben führen können. Das Standardbeispiel, welches ich schon öfters gelesen habe, ist die kaputte Waschmaschine. Ein anderes häufiges Beispiel eine unvorhersehbare Autoreparatur. Eine neue Waschmaschine kostet ca. 500€, eine Autoreparatur wird bestimmt auch nicht direkt einen mittleren fünfstelligen Betrag entsprechen. Ich halte daher die möglichen unvorhergesehen Ausgaben für niedriger, als es von den meisten Ratgeber empfohlen wird. Eine unvorhergesehne Ausgabe von 6.000 € kommt doch wohl nur sehr sehr selten vor.

Ein bisschen Geld hat man doch immer im Umlauf:

Dispot und Depot beleihen helfen weiter:

  • Würde man die Notreserve iHv 6.000€ investieren, so würde man bei einer hypothetischen Rendite nach Steuern aus Dividenden und Kurssteigerungen iHv 5,50% jedes Jahr 275€ bekommen (+ Zinseszins)!
  • Um kurzfristige Ausgaben zu decken, würden mir folgende Möglichkeiten zur Liquiditätsbeschaffung bereitstehen:
    • Comdirect Dispo: 6,5 %
    • Comdirect Depot Beleihen: ca. 4 %
    • Flatex Depot Beleihen: ca. 4 %
    • Barclaycard New Visa Kreditkarte: Bis max. 59 Tage ohne Zinsen (Allerdings müsste man dazu die Rechnung direkt mit der Kreditkarte bezahlen)

Dazu ein kleines Rechenbeispiel:

  • Nehmen wir an, es gäbe eine unvorhergesehene Ausgabe von 3.000€. Um diese zu begleichen würde ich in den folgenden drei Monaten jeweils bei Gehaltseingang statt das Geld zu investieren jeweils 1.000€ dieser Schuld begleichen. Das Geld würde ich mir über die Beleihung des Comdirect Depot zu einem Zinssatz von ca. 4 % besorgen. Daraus ergeben sich in den nächsten drei Monaten folgende Zinszahlungen
    • 1 Monat 3.000€: 3000 * 0,04 * 1/12 = 10€
    • 2 Monate 2.000€: 2000 * 0,04 *2/12 = 13,33€
    • 3 Monate 1.000€: 1000 *0,04 * 3/12 = 10€
    • Summe: 33,33€ Zinskosten
  • In dieser Hypothetischen Rechnung hätte ich somit bei einer einmaligen unvorhergesehen Ausgabe iHv 3.000€ ganze 241€ mehr (275-33,33=241,67) mehr pro Jahr, wenn ich darauf verzichte, 3 Monatsgehälter dauerhaft als Notreserve auf der Hohen Kante liegen zu haben.

Was hältst du von diesem Vorgehen? Zu Riskant oder handelst du es ähnlich? Ich freue mich auf Deine Kommentare!

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Über den Autor: Ich bin berufstätig in Süddeutschland und investiere seit 2015 an der Börse. Ich bin kein Freund davon mein Geld sicher aber dafür ohne nennenswerte Rendite auf dem Sparbuch oder Tagesgeld herumliegen zu lassen. Diesen Blog möchte ich daher nutzen, um meine persönliche Erfahrungen und Wissen rund um das Thema perönliche Finanzen mit Dir zu teilen. FinanzCrack.de - Level up your personal Finance!

1) Im Alltag nutze ich zwei Giroktonten. Dies ermöglicht mir einen besseren Überblick über meine perönlichen Finanzen. Dabei investiere ich gemäß dem Motto "pay your self first" direkt nach Gehaltseingang an der Börse. Mein Hauptkonto ist das kostenlose Girokonto von Comdirect*, mit dem ich sehr zufrieden bin.

2) Ich investiere bevorzugt in ETFs großer Indices mit niedrigen Gebühren. Der Großteil meines Investment Portfolios ist in dem MSCI World und FTSE All World investiert. Dagegen meide ich deutsche Aktien. Dazu nutze ich einen günstigen Online-Broker.

3) Ich benutze selbst als Broker Comdirect und Flatex. Die in letzter Zeit aufkommenden low cost Broker gab es 2015 noch nicht. Würde ich nun ein Depot eröffnen, würde meine Wahl wohl auf Trade Republic* fallen, da Trading ab einem Euro ermögichen.



1 Kommentar

  1. Es geht auch nicht nur um unvorhergesehene Ausgaben, sondern vor allem auch um den Einbruch der Einnahmen. Kurzarbeit, Jobverlust oder, wenn du selbständig bist und keine Aufträge mehr erhältst. Die laufenden Kosten (Miete, Strom, Versicherungen, Kredite, …) wollen trotzdem bezahlt werden. Und es kann ja durchaus eine Weile dauern, bis du wieder einen Job hast.
    Das schlimme ist nämlich, dass solche Sachen typischerweise in einer Krise passieren. Da werden tendenziell eher weniger Leute eingestellt. Dazu kommt, dass auch dein Depot in der Krise nicht so gut dasteht. Dann zu verkaufen, weil man keine Reserve hat, ist halt blöd, das holst du nämlich nie wieder auf. Und vom Dispo zu leben, ist sehr gefährlich, weil du auch nicht weißt, wie lange die Krise dauert. Das kann durchaus ein paar Jahre andauern, wie uns die Vergangenheit gezeigt hat.
    Und wie es Murphy’s Law will, geht dir genau dann die Waschmaschine und das Auto kaputt. Dafür hattest du dann im Jahr davor 0.1% Rendite mehr, weil du mehr investieren konntest…

    Auf den Notgroschen zu verzichten, ist ein Zock mit einem sehr unausgewogenen Chance/Risiko Verhältnis und gerade in der aktuellen Zeit sollte das doch jedem klar sein.

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